Hana Usui

 

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Hana Usui – Von der japanischen Kalligrafie zur freien Kunst
Katalogtext zur Ausstellung von Hana Usui in der Schwartzschen Villa, 16.01.-24.02.2008
von Mag. Marcello Farabegoli,
Leiter der Galerie oko – Japanese Contemporary Art

Die Kalligrafie (v. griech.: Schönschreiben) wird oftmals mit einer dekorativen und unpersönlichen Schönschrift verbunden. Diese Gleichsetzung wird aber dem Wesen der fernöstlichen Schreibkunst nur unzureichend gerecht. Die ostasiatische Kalligrafie stammt ursprünglich aus China. Die Praxis, mittels Haarpinsel und schwarzer Tusche Schriftzeichen zu Papier zu bringen, diente in erster Linie der Vermittlung von Inhalten. Insbesondere im Zusammenhang mit dem Verfassen von Briefen, Gedichten sowie mit historischen und zum Teil auch philosophisch-religiösen Texten entwickelte sich die chinesische Kalligrafie zu einer eigenständigen Kunstform mit verschiedenen Stilrichtungen. Diese Kunst der variationsreichen Gestaltung einer Pinsellinie ermöglicht dem Schreiber seinen Charakter und seine Emotionalität in einzigartiger Art und Weise auszudrücken und so über die handwerkliche Anonymität hinauszugehen.

Nach und nach verbreitete sich die chinesische Kalligrafie über ganz Ostasien und erreichte Japan im 5. Jahrhundert n. Chr. gleichzeitig mit den Lehren des Buddhismus’ und Konfuzianismus’. Die Japaner, die zu dieser Zeit noch keine eigenständige Schrift besaßen, übernahmen einen Teil der chinesischen Schrift. Die Schrift hatte sich in China ursprünglich aus einer Bildschrift entwickelt und bestand aus mehreren 10.000 lautunabhängigen Wortschriftzeichen. Aus den chinesischen Wortschriftzeichen (jap.: Kanji) entstanden in Japan im Laufe der Zeit auch phonetische Silbenschreibweisen, von denen heute noch zwei benutzt werden (jap.: Hiragana und Katakana).
Mit der chinesischen Schrift hatten die Japaner auch die Kanji-Kalligrafie übernommen, die sie eigenständig fortentwickelten. Auf den phonetischen Silbenschreibweisen basierend entstand darüber hinaus die Kana-Kalligrafie, eine genuin japanische Art der ostasiatischen Schreibkunst. Heute werden Kanji- und Kana-Kalligrafie in Japan unter dem Begriff ‚Sho’ (Schreiben) bzw. ‚Sho-do’ (Weg des Schreibens) zusammengefasst.

Durch das Wirken von Tenrai Hidai (1872–1939), dem Vater des modernen Sho-do, kam es in der japanischen Kalligrafie Anfang des 20. Jahrhunderts zur grundlegenden Erneuerung. Von seinem Schüler Sokyu Ueda (1899-1968) gingen anschließend weitere Impulse für die Entstehung einer avantgardistischen Kalligrafiebewegung aus. Die Vertreter der avantgardistischen Kalligrafierichtung (jap.: Zen-ei-sho) ließen sich im verstärkten Maße von westeuropäischen und nordamerikanischen Kunstrichtungen wie etwa der informellen Malerei, insbesondere dem abstrakten Expressionismus und dem Action-Painting, inspirieren. Sie begannen, die Schriftzeichen zu verfremden, sie zu verzerren, und lösten sich bisweilen vollends von der Schrift, um zur reinen Form des Zeichens zu gelangen. Auch technisch betraten einige dieser Künstler Neuland, indem sie auf Japanpapier und Tusche verzichteten und pinselähnliche Utensilien wie etwa große Besen benutzten. Ungeachtet der Vorwürfe der Traditionalisten, die behaupteten, diese Arbeiten hätten gar nichts mehr mit Kalligrafie gemeinsam, gelangten gerade avantgardistische Kalligrafen wie Nankoku Hidai sowie Sokyu Uedas ehemalige Schüler Shiryu Morita und Yuichi Inoue zu Weltruhm. Dadurch etablierte sich die japanische Kalligrafie als Inspirationsquelle für viele international bekannte Künstler wie etwa Pierre Alechinsky, Franz Kline, Sam Francis, Henri Michaux, Robert Motherwell, Jackson Pollock, Pierre Soulages und Marc Tobey.

Die japanische Künstlerin Hana Usui wurde 1974 in Tokio geboren. Im Alter von 6 Jahren begann sie bei Hokusen Shiratori Kalligrafie zu erlernen. Die Grundlagen des Schreibens mit dem Pinsel, das ‚Shu-ji’ (Schriftzeichen-Üben), gehören heute zum japanischen Grundschulprogramm. Sho-do hingegen kann entweder privat bei einem Meister oder erst am Gymnasium und anschließend an einigen Universitäten erlernt werden. Der Weg zur Meisterschaft ist aber viel länger und mühsam: Ihn zu beschreiten, ist eine Lebensaufgabe. In jahrzehntelangen täglichen Übungen muss sich der Adept mit Musterkalligrafien des eigenen Meisters und der Klassiker der Vergangenheit beschäftigen. Zuerst werden diese Musterkalligrafien immer wieder genauestens kopiert, dann muss beim Abschreiben die Intention und das Gemüt des Meisters imitiert werden. Schließlich wird die Musterkalligrafie frei aus der Erinnerung heraus gestaltet. Das Ziel dieser Übungen ist es, eine Art Selbstvergessenheit zu erreichen, um die freie Entfaltung des eigenen Stils zu ermöglichen.

Gerade einmal vierzehnjährig wurde Hana Usui in den engeren Zirkel von Schülern des Kalligrafen Undo Inamura aufgenommen, in dem vorwiegend Studenten und ältere Meisterschüler mitwirkten. Undo Inamura (geb. 1924) war bereits ein hochrangiger Meister und führendes Mitglied des Keisei-Kalligrafievereins, einer der bedeutendsten Vereinigungen für avantgardistische Kalligrafie in Japan. Gegründet 1940 von Sokyu Ueda wurde dieser Verein nach Uedas Tod von Sesson Uno (1912–1995) und anschließend von Undo Inamura geleitet. Seit 1988 stand der Großmeister von Hana Usui auch dem renommierten Mainichi-Kalligrafieverein vor, der von der gleichnamigen nationalen Zeitung Japans getragen wird und alljährliche Wettbewerbausstellungen – seit 2007 unter anderem im Neuen Nationalmuseum in Tokyo – veranstaltet. Neben vielen internationalen Kalligrafieausstellungen nahm Undo Inamura im Rahmen von „Japan in Deutschland 1999/2000“ an der Ausstellung „Sho“ im Japanisch-Deutschem Zentrum Berlin teil. 
Über 10 Jahre lang studierte Hana Usui bei ihm zunächst klassische und anschließend avantgardistische Kalligrafie. Weiter durfte sie auch dem Keisei-Kalligrafieverein beitreten. Für ihre avantgardistischen Arbeiten ließ sie sich gerne von den ältesten bekannten chinesischen Schriftzeichen inspirieren, die schon ca. 2000 v. Chr. zu Orakelzwecken auf Knochen und Schildkrötenschalen geritzt wurden und noch an der Schwelle zwischen Bildzeichen und Schriftzeichen stehen. In der Zeit von 1994 bis 1998 wurden sowohl avantgardistische als auch klassische Kanji-Arbeiten von Hana Usui bei den nationalen Mainichi- und Keisei-Kalligrafie-Wettbewerben mit der Teilnahme an der Ausstellung im Tokyo Metropolitan Art Museum ausgezeichnet. 1997 gewann Hana Usui den 2. Preis beim Keisei-Wettbewerb. Beim Mainichi-Wettbewerb ist zu bedenken, dass sich jährlich immerhin mehrere 10.000 Kalligrafen bewerben.
Neben der Kalligrafielehre studierte Hana Usui an der Waseda Universität in Tokyo Kunstgeschichte, wobei sie sich intensiv mit westeuropäischer und nordamerikanischer Kunst befasste. Mit der Zeit begann sie, die unter den Kalligrafen herrschenden strengen Regeln und Hierarchien als hemmend für ihre weitere kreative Entwicklung zu empfinden und kehrte 1999 der japanischen Schriftkunst den Rücken. Im selben Jahr zog sie nach Wien, um ihren eigenen Weg als freie bildende Künstlerin inmitten einer anderen Kulturlandschaft fortsetzen zu können. Seit 2004 lebt und arbeitet sie in Berlin.

In ihrer heutigen Schaffensperiode spielen für Hana Usui Schriftzeichen keine Rolle mehr, daher ist ihre aktuelle Kunst von der Intention und vom Wesen her keine Kalligrafie. Hana Usuis abstrakte Zeichnungen sind jetzt vielmehr von Gegenständen ihrer Umgebung und der Natur inspiriert. In ihren Arbeiten ergründet sie den reinen Abstraktionsprozess: Dinge, Bilder, Gedanken und Gefühle werden dabei stets nur angedeutet, stark vereinfacht und reduziert – als suchte die Künstlerin eine Art symbolische Kraft zu extrahieren, um diese dann dem freien Spiel der Fantasie des Betrachters zu überlassen.
Durchaus greift sie dabei auf die strengen Kompositionsregeln der japanischen traditionellen Kalligrafie zurück, welche das Zusammenspiel zwischen Linie und Fläche bis ins feinste Detail festlegen und jede Symmetrie und Regelmäßigkeit harmonisch zu brechen trachten. Aber diese Strenge bricht sie wieder in spielerischer Weise, wenn sie zum Beispiel ihre Formen an den Blatträndern abschneidet und diese sich frei in den Umgebungsraum hinein entwickeln lässt. Ihre Linien zeichnet Hana Usui nach wie vor „kalligrafisch“, d.h. in einem Zug, abhängig von ihrer Atmung und ihrem „inneren Rhythmus“, ohne sie nachträglich zu verändern oder zu korrigieren. Der Variationsreichtum von Stärken und Schärfen ihrer Linien ist für sie Farbe und Klang. Und tatsächlich haftet ihren Linien Musikalisches an.
Die von der Künstlerin gegenwärtig verwendete Technik kann man als Metapher ihres künstlerischen Werdegangs verstehen: Die Liebe zum handgeschöpften Japanpapier, zu seiner Natürlichkeit und Materialität, zu seinen Falten, die Zeit und Vergänglichkeit suggerieren, ist noch immer vorhanden und steht für Asien. Der traditionelle Pinsel – vielleicht das wesentlichste Utensil der Kalligrafie – wird allerdings von verschiedenen anderen Werkzeugen, etwa einem Schraubenzieher, abgelöst, die von der Künstlerin zum Zeichnen ihrer Monotypien benutzt werden. Der Ölfarbe als Element der westlichen Kunst kommt nun die Hauptrolle zu: Sie macht die Form der abstrakten Zeichnungen aus und verleiht ihnen Glanz und Räumlichkeit. Die Naturtusche zerreibt die Künstlerin immer noch traditionell mit Wasser auf dem Reibstein; dieses Material aber, eine der Grundkomponenten der asiatischen Kalligrafie, verwendet sie nun zur Hintergrundgestaltung. Hierdurch wird den schwarzen oder weißen Ölfarbenlinien ein Teil ihrer analytischen Schärfe genommen – sie werden quasi „vertuscht“ und von wolkenartigen Schatten gleichzeitig gedämpft und hervorgehoben. Mit ihrer Technik hat die ehemalige Kalligrafin zwei kontradiktorische Materialen, die asiatische wässrige Tusche und die westliche zähe Ölfarbe, harmonisch und spannungsvoll zusammen geführt. Das ist vielleicht mehr als nur eine Metapher für die Verständigung von Kulturen.

Hana Usui hat schon mehrfach in Japan und Europa ausgestellt. Ihre Werke sind in mehreren öffentlichen Sammlungen in Berlin vertreten: in der Neuen Nationalgalerie und in der Berlinischen Galerie (Landesmuseum Berlin) sowie in der Artothek des Neuen Berliner Kunstvereins und der Zentral- und Landesbibliothek Berlin. Darüber hinaus sind sie auch in der Berliner Sammlung von Si und Dieter Rosenkranz sowie in weiteren privaten Sammlungen in Europa und Japan zu finden. Ihre Kunst wurde von mehreren Kritikern gelobt. Man vergleicht sie mit dem europäischen Informell (Corinna Daniels, DIE WELT), dem abstrakten Expressionismus (Niklas Maak, F.A.Z.) und dem Minimalismus bzw. dem vom Zen-Buddhismus beeinflussten John Cage (Brigitte Hammer). Im Tagesspiegel bekräftigt Thea Herold, dass Hana Usui einen Schatz an Materialgefühl und Körpererfahrung besitzt, der „perfekt zwischen den östlichen und westlichen Einflüssen balanciert“. Und Alexander Tolnay, Direktor des Neuen Berliner Kunstvereins, schreibt zu den Jahresgaben 2007 im NBK:

Hana Usuis jüngste Arbeiten überzeugen durch ihren ruhigen, konzentrierten und heiteren Gestus. Sie können ihre Herkunft von der Kalligrafie - einer hohen Kunst, die sie in ihrer Heimat studiert hat - nicht verleugnen. Die kleinformatigen Blätter auf Japanpapier werden mit zwei bildnerischen Organisationsformen verarbeitet: der vibrierenden Oberfläche und den darin eingebetteten linearen Gebilden. Diese verkörpern sich zu relativer Dichte, bleiben aber luftverwandt und schwebend in einem rätselhaften Bildraum. Von der Natur ausgehend, zu meditativen Strukturen und Lichterscheinungen abstrahiert, haben die Bilder von Hana Usui eine eigene elegante Wesensart.“

 

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Hana Usui – from Japanese calligraphy to free art
by Marcello Farabegoli, director of  Galerie oko – Japanese Contemporary Art
Translation Fiona McLellan

Calligraphy (from the Greek κάλλος kallos “beauty” + γραφή graphẽ “writing”) is often seen as decorative and impersonal, a judgement which does scant justice to this Far Eastern art of writing. East Asian calligraphy originally stems from China, and the practice of bringing script characters onto paper using a fine animal-hair brush and black Chinese ink is, indeed, first and foremost a question of transferring content. However, particularly in relation to letter-writing and in the composition of poetry, historical texts and, to some extent, philosophical religious texts, Chinese calligraphy developed into an independent art form encompassing various stylistic approaches. The art of creating a brush-stroke in a variety of different ways enables the writer to express his character and emotionality in a unique fashion and thus to reach beyond the realm of anonymous craftsmanship.

Gradually Chinese calligraphy spread over all of East Asia and reached Japan in the 5th Century AD, at the same time as the teachings of Buddhism and Confucianism. The Japanese, who at this time had no writing system of their own,  took on a part of the Chinese script. The writing system in China had originally emerged out of a system of pictograms and consisted of tens of thousands of non-phonetic ideograms. Over time, the Japanese developed a phonetic syllabary from the Chinese characters (Japanese: Kanji). Two such forms are still in use today (Japanese: Hiragana and Katakana). Alongside the Chinese script, the Japanese had also taken on Kanji calligraphy which they then developed further, independent of the Chinese. This phonetic syllabary also gave rise to Kana calligraphy, a genuinely Japanese East Asian writing form. Today, Kanji and Kana calligraphy both come under the heading of ‘Sho’ (“writing”) or ‘Sho-do’ (“the way of writing”).

At the beginning of the 20th Century, Japanese calligraphy underwent a period of radical modernisation through the work of Tenrai Hidai (1872-1939), the father of modern Sho-do. His pupil Sokyu Ueda (1899-1968) was subsequently responsible for further shifts towards the development of an avant-garde calligraphy movement. The representatives of this school of avant-garde calligraphy (in Japanese: Zen-ei-sho) were strongly influenced by Western European and North American approaches to art, such as informal painting, in particular abstract expressionism and action painting. They began to distance themselves from the script character, to  distort it, now and then breaking away from text completely, in order to arrive at the pure form of the character itself. Some of these artists were also breaking new ground in terms of technique, in that they cast aside Japanese paper and Chinese ink and used brush-like instruments such as large brooms. Despite the accusations of traditionalists who claimed their works had nothing more in common with calligraphy, it was precisely such avant-garde calligraphers as Nakoku Hidai and Sokyu Ueda’s former pupils Shiryu Morita and Yuichi Inoue who were to become international names. As a result, Japanese calligraphy established itself as a source of inspiration for many internationally renowned artists such as Pierre Alechinsky, Franz Kline, Sam Francis, Henri Michaux, Robert Motherwell, Jackson Pollock, Pierre Soulages and Marc Tobey.

Japanese artist Hana Usui was born in Tokyo in 1974 and, at the age of six, began to study calligraphy under Hokusen Shiratori. The basic principles of writing with a brush, ‘Shu-ji’ (practice characters), are part of the modern day primary school curriculum in Japan. Sho-do, however, may either be studied privately with a Master, or learned first at secondary school and subsequently at some universities. The path to becoming a Master is a much longer and more laborious one: to tread that path is a life’s work. It requires the adept to practise daily, over decades, working both with the model calligraphy of his own Master and the classics of the past. First of all these model calligraphy forms must be copied exactly, again and again, and then the pupil, in copying the characters, must capture the intent and true nature of the Master. Finally the pupil must be able to reproduce these model calligraphy forms freely, from memory. The aim of these exercises is to acheive a state in which the Self is forgotten, in order that the pupil’s own style may be free to unfold.

At just 14 years old, Hana Usui was accepted into the close circle of pupils studying under calligrapher Undo Inamura, most of whom were students or older Master pupils. Undo Inamura (born 1924) was already a high-ranking Master by that time and a leading member of the Keisei Calligraphy Society, one of the most important societies for avant-garde calligraphy in Japan. Founded in 1940 by Sokyu Ueda, after Ueda’s death the society was headed by Sesson Uno (1912–1995) and finally by Undo Inamura. Since 1988, Hana Usui’s Grand Master has also been on the managing board of the renowned Mainichi Calligraphy Society (supported by the Japanese national newspaper of the same name) which holds annual competitions in the National Art Center in Tokyo (National Museum), amongst others. Amongst the many international exhibitions of calligraphy in which his work has been shown, Undo Inamura participated in the exhibition “Sho” at the Japanese-German Centre Berlin as part of “Japan in Deutschland 1999/2000”.

For 10 years Hana Usui studied under Undo Inamura – first classical and then avant-garde calligraphy. She was also accepted into the Keisei Calligraphy Society. When looking for inspiration for her avant-garde works she favoured the oldest known Chinese characters. Carved onto bones and tortoise carapaces in around 2000 BC for use in divination, they exhibit signs of the transition from pictograms to characters. In the period from 1994 to 1998, both Hana Usui’s avant-garde and classical pieces won a place, through the national Mainichi and Keisei calligraphy competitions, in the exhibition at the Tokyo Metropolitan Art Museum. In 1997 Hana Usui won second prize in the Keisei competition. It is worth considering here that tens of thousands of calligraphers submit work to the Mainichi competition. Alongside her calligraphy apprenticeship, Hana Usui studied Art History at Waseda University in Tokyo, dealing intensively with Western European and North American art. With time, she began to find the strict rules and hierarchies, prevalent amongst calligraphers, an obstacle to her creativity and in 1999 she turned her back on Japanese calligraphy. In the same year she moved to Vienna to continue on her own path as a free visual artist in the heart of a new, very different cultural landscape.  

Writing characters no longer play any role in Hana Usui’s present creative period. Thus, in terms of its intent and nature, the word calligraphy cannot be applied to her current work at all. Hana Usui’s abstract drawings take far more inspiration from the objects she sees around her and from the natural world. Her work explores the pure process of abstraction: objects, images, thoughts and feelings are hereby only ever implied, greatly reduced and simplified – as if the artist were looking to draw out from them a kind of symbolic power, in order to then hand this over to the unbridled imagination of the viewer.

In the process, she clearly draws on the traditional Japanese calligraphy’s strict rules of composition which lay down the interplay of line and surface right to the smallest detail, and in harmonious fashion seek to break up all symmetry and regularity. Her work, however, playfully breaks these strict rules yet again, for example, cutting off forms at the paper’s edge, allowing them to develop freely into the surrounding space. Hana Usui still forms her lines like a calligrapher, i.e. in one stroke, in tune with her breathing and “inner rhythm” and without going back to change or correct them. The abundance of diversity of strength and sharpness to be found in Hana Usui’s lines is to her as colour and sound. And there is, in truth, something musical about them.

The technique Hana Usui currently employs may be seen as a metaphor for her development as an artist: the love of handmade Japanese paper, of its natural and material quality, its creases suggesting time and ephemerality, all this is still present and represents the ‘Asian’ in her work. The traditional brush, however, – perhaps the most essential of the calligrapher’s utensils – is cast aside when drawing her monotypes, in favour of other tools such as screwdrivers. The leading role of bringing form to her abstract drawings now falls to oil paint, an element of Western art, which lends them a brilliance and three-dimensionality. The artist still grinds her own natural ink in the traditional way, with water on a rubbing stone, but she uses this material – one of the basic components of Asian calligraphy – only for the background design. Thus a little of the analytical sharpness of the strokes of black or white oil paint is removed, and they are all but covered over with cloud-like shadows which have the effect of simultaneously muffling and highlighting. With this technique, the former calligrapher has brought together two contradictory materials in harmony and intensity: the aqueous Asian ink and the viscous Western oil paint. Perhaps this is more than just a metaphor for intercultural dialogue.

Hana Usui has already exhibited many times in both Japan and Europe. Her works are represented in several public collections in Berlin: in the Neue Nationalgalerie and the Berlinische Galerie (state museum for Berlin) as well as in the Neuer Berliner Kunstverein’s Artothek and the  Zentral- und Landesbibliothek Berlin (The Central and Regional Library, Berlin). They are also to be found in Si und Dieter Rosenkranz’s Berlin collection and in other private collections in Europe and Japan.

Her art has been praised by a number of critics. It has been compared with European Informalism (Corinna Daniels, DIE WELT), Abstract Expressionism (Niklas Maak, Frankfurter Allgemeine Zeitung) and Minimalism, or rather, with the Zen-Buddhism influenced John Cage (Brigitte Hammer). Writing in the Tagesspiegel, Thea Herold confirms that Hana Usui exhibits a wealth of feeling for her materials and practical experience and awareness of the body which balances “perfectly between Eastern and Western influences”. Alexander Tolnay, Director of the Neuer Berliner Kunstverein writes about the NBK’s 2007 Special Editions:

“The convincing element in Hana Usui’s most recent works is their outwardly calm, concentrated and serene expression. Their origins in Calligraphy – a fine art which she studied in her homeland – are indisputable. The small format pieces on Japanese paper are organised on 2 levels in terms of image and form: the vibrating surface level and the linear structure embedded in it. These take form in relative density, but remain in kin to the air, floating in an enigmatic visual space. With their roots in nature, abstracted to meditative structures and the appearance of light, Hana Usui’s pieces have their own, elegant disposition.”